Thema
Connecting the Dots
Knappheit ist eine politische Entscheidung, kein Naturzustand. Drei Sätze: Knappheit wird hergestellt — durch Geldpolitik, Bauordnungen, Aufmerksamkeits-Plattformen, geschlossene Verfahren. Fülle ohne Verteilung ist verwaltete Knappheit. Konsequenz hat einen Preis — genau das ist ihr Wert. Diese Reihe sammelt Essays zu Knappheit, Macht und Verfahrensgerechtigkeit — Werkstatt zum Buchprojekt Tektonik der Macht.
Der Steuersatz ist die falsche Debatte
Deutschland streitet über den Steuersatz — die Variable, die am wenigsten über Investitionen entscheidet. Die USA senkten 2017 drastisch; statt Investitionen kamen Aktienrückkäufe. Deutsche Konzerne horten längst im Hochsteuerland. Nicht der Satz lenkt, sondern die Bemessungsgrundlage.
Der Staat, der kein Risiko trägt
Deutschlands Förderbank soll Zukunft finanzieren — und verlangt vom Gründer die persönliche Haftung, treibt bei der ersten Krise härter ein als jede Hausbank. Der Fehler liegt nicht bei den Menschen in Frankfurt, sondern darin, Innovationsförderung als Bankgeschäft zu organisieren.
Die Kommune, die handelt
Im Dorf hat der Staat ein Gesicht, in der Stadt zieht man eine Nummer. Über die Ebene, auf der eine Gesellschaft das Versprochene liefert — oder verweigert. Und Orte, die zeigen, dass es anders geht.
Die Arbeit, die nicht reicht
Neun von zehn Menschen sind abhängig beschäftigt — die Macht liegt längst unten. Warum sie ungenutzt bleibt, und was es bräuchte, damit Arbeit wieder reicht. Reihe: Fülle als Struktur des Handelns — Essay 7 von 8
Die Schule, die nicht sortiert
Am Tag der Schultüte wird aus einem Kind, das wird, ein Kind, das funktionieren soll. Warum die Schule nicht Begabung findet, sondern Herkunft belohnt – und wie eine Schule aussähe, die nicht sortiert, sondern bereitstellt, was längst da ist.
Alles fällt nach oben
Diese Woche bekam die Welt ihren ersten Billionär. Die Zahl ist nicht die Geschichte. Die Geschichte ist ein Mechanismus – und an seinem Ende besitzen Ihre Kinder nichts mehr.
Die Knappheit ist eine Buchung
Richard Murphy erklärt als Buchhalter, was viele Ökonomen verschweigen: Geld ist eine Buchung, kein Bodenschatz. Über Modern Monetary Theory, die Tradition von Knapp bis Kelton — und warum die Knappheit, mit der man uns regiert, eine Entscheidung ist. Auch für den Euro.
Die Familie, die nicht trägt
Die Familie gilt als das Private, in das der Staat nicht hineinregiert. Das stimmt nicht: Sie ist staatlich gebaut, und der Rückzug hinter die »Privatsphäre« ist die Ausrede, sich nicht zu kümmern. Fülle als Struktur des Handelns — Essay 4 von 8
Ungleichheit ist kein Unfall
Eine RAND-Studie beziffert, was seit 1975 von unten nach oben gewandert ist: rund 50 Billionen Dollar. Ben Johnson erzählt diese Zahl als Geschichte dreier Menschen — und zeigt, dass Ungleichheit ein Entwurf ist, kein Schicksal.
Geld ist eine Fantasie — fast
Volker Pispers nannte Geld eine Fantasie. Der Ökonom Maurice Höfgen gibt ihm recht — und korrigiert ihn an zwei Stellen. Über Geld als Erzählung, Schulden als Vermögen und die Frage, warum Knappheit beim Staat eine Entscheidung ist.
Niemand wird allein reich
Der Ökonom Gabriel Zucman zeigt: Milliardäre zahlen anteilig weniger Steuern als Krankenpfleger — und wie man das ändert. Über die Zucman-Steuer, die Anatomie der Ungleichheit und den einfachen Satz, dass Steuervermeidung kein Naturgesetz ist.
Die Wirtschaft ist kein Naturgesetz
Kate Raworths Doughnut Economics erklärt, warum unsere Ökonomie kein Naturgesetz ist, sondern ein Entwurf — und warum Knappheit und Ungleichheit Konstruktionen sind, die man umbauen kann. Mit den Argumenten aus ihrem Interview und belegten Zahlen.