Wer den Bus lenkt
Notizen zum 1. Mai mit Michael Parenti — und mit Statistik Austria. Drei Monate vor diesem Mai-Tag ist Parenti gestorben. Sein Vortrag, den ich beim Spaziergang gehört habe, zerlegt zwei Mythen: dass Kapitalismus Wohlstand schafft, und dass er die Demokratie stützt. Die Zahlen geben ihm recht.
Am 1. Mai gehen Menschen auf die Straße. In Wien, in Berlin, in Linz. Reden werden gehalten, rote Nelken verteilt, Kapellen spielen. Abends, in der Tagesschau, ist es vorbei.
Aus Protest ist ein Brauch geworden. Etwas, das einmal Auseinandersetzung war, läuft jetzt als Erinnerung weiter. Das ist nicht harmlos. Brauch ist die Form, in der eine Forderung verschwindet, ohne dass es jemand merkt. Man könnte auch sagen - der Protest wird assimiliert, gewissermaßen zur Dekoration und er verliert seine Wirkung.
Doch gerade jetzt, da sowohl in Deutschland als auch in Österreich – ich kann es nicht anders sagen – falsche politische Weichenstellungen getroffen werden müssen wir aus dem Brauch wieder Protest machen.
Ein Toter, der widerspricht
YouTube ist genial. Vorträge tauchen im eigenen Feed auf, von Menschen und Forschern, die ich nie gehört habe, und beim Spaziergang höre ich dann Dinge, die mal wieder meine Sicht auf die Dinge verändern. Gestern, als wäre es eine Botschaft des Universum, passend zum Tag der Arbeit, höre ich Parenti zu.
Parenti, geboren 1933 in East Harlem als Sohn italienischer Einwanderer, gestorben im Januar 2026, war einer der scharfsinnigsten Klassenanalytiker der USA. Yale-Doktorat, vierundzwanzig Bücher, kein Lehrstuhl — weil sie ihn 1970 wegen seiner Politik aus der Universität gedrängt haben. Das erinnert mich sofort an Nietzsche, dessen Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik (1872) — eine kühne Lesart der griechischen Antike aus dem Wechselspiel von Apollinischem und Dionysischem — damals von der Fachphilologie zerrissen wurde. Wilamowitz-Moellendorff überschrieb seine vernichtende Erwiderung mit "Zukunftsphilologie!" — gemeint war: das ist keine Wissenschaft. Nietzsche bekam danach in Basel kaum noch Studenten, gab den Lehrstuhl auf, schrieb außerhalb der Akademie weiter. Damals griff er den Status Quo an. Heute steht das Werk im Kanon - und es war das erste Buch, dass ich von Nietzsche komplett gelesen habe.
Parenti hat fünfzig Jahre lang das Mikrofon gehalten, das ihm in der Akademie genommen wurde, und sich eine eigene Öffentlichkeit gebaut. Hätten die Professoren damals geahnt, was aus Nietzsche werden würde. Wieder einmal schlägt Thomas Kuhn zu: Das eigentliche Denken findet außerhalb des Status quo statt. Aber ich schweife ab.
Ich bin seinen Talk gewissermaßen gestolpert, gestern, im Wald, beim Gehen mit meinem Hund. In The Fake Philosophy Behind Capitalism zerlegt er Narrative, die ich ehrlich gesagt auch unhinterfragt mitgeglaubt habe. Wusste ich, wie effektiv die öffentliche Verwaltung tatsächlich ist — in den USA, in Deutschland, in Österreich? Nein. Ihm diese eine Stunde zuhören lohnt sich. Parenti ist nicht nur intellektuell präzise, er ist auch witzig.
Seine zentrale These ist nicht neu, aber sie sitzt:
"No ruling class rules nakedly. All of them take strenuous efforts to justify their rule."
Keine herrschende Klasse regiert nackt. Alle kleiden ihre Macht in Mythen, Symbole, Erzählungen - so wie es bereits Nietzsche zeigte. Und Parenti zieht die Schraube weiter an. Den Studenten, die ihm sagen, die Eliten würden uns ja gar nicht beachten, antwortet er:
"That's the only thing they care about you — is what you're thinking. They don't care if you eat correctly. They don't care how your living conditions are. The only thing about you they care about is what you're thinking."
Bei Mattei haben wir das in den letzten Essays schon gehört – das Austerität Machterhalt ist. Doch Parenti erinnert daran: Wir, die Mittelklasse, werden durch Narrative kleingehalten.
Was am 1. Mai gefeiert wird
Wir feiern am 1. Mai die Erinnerung an einen Streik in Chicago 1886. Irre, oder? Nicht eine Erinnerung an die Arbeiterbewegung in Deutschland, an Frankreich, an die SPD — sondern an die amerikanische Arbeiterbewegung, die für uns alle den Acht-Stunden-Tag, bezahlten Urlaub, Gewerkschaftsrechte erkämpft hat.
Wir feiern etwas, das einmal erkämpft wurde, gegen den Widerstand derer, die heute an den Rednerpulten stehen und Reden halten. Ich habe in Die Groteske der ungenutzten Macht gezeigt: Wir haben die Macht aufzustehen - und es sollte uns allen klar sein. Wir sind alle betroffen. Mattei macht es klar: Die Trennlinie läuft heute nicht zwischen Blue Collar und White Collar. Sie läuft zwischen denen, die von ihrem Kapital leben können, und denen, die für ihr Einkommen noch arbeiten müssen.
Parenti erinnert daran, dass jede demokratische Errungenschaft gegen die Eigentümerklasse durchgesetzt wurde. Nicht von ihr gewährt. Wahlrecht ohne Vermögensschwelle. Bürgerrechte. Sozialgesetzgebung. Das alles wurde erkämpft. Das alles wird heute, hundert Jahre später, leise zurückgenommen.
Merz will, dass wir länger arbeiten. Die SPD steht auf der Seite derer, die uns den Gang zum Arzt vermiesen wollen — und die keine Sekunde darüber nachdenken, im nächsten Energiepreisschock mit einem kostenlosen Öffi-Ticket gegenzuhalten.
Mattei nennt das beim Namen: Austerität ist keine neutrale Spartechnik, sondern eine politische Disziplinierung von Arbeit und Demokratie zugunsten der Kapitalordnung — und sie wird zur Not mit Gewalt durchgezogen, gegen jeden ökonomischen Sachverstand. Sie geht weiter und zerstört eine Illusion, die selbst Linke gerne pflegen — die Illusion, Austerität sei eine vermeidbare Wahl:
"Das System selbst ist die politische Wahl. Aber innerhalb des Systems ist Austerität notwendig."
Mit anderen Worten: Wer den Kapitalismus erhalten will, kann nicht ohne Austerität auskommen. Wer Vollbeschäftigung und Wohlfahrt will, muss das System selbst infrage stellen. Das ist eine harte Konsequenz. Sie erklärt, warum die Sozialdemokratie sich seit Jahrzehnten kreisförmig dreht: Sie will beides und bekommt keines.
Er nennt das Datum, an dem der Aufstieg dieses Denkens losging: 1978. Drittes Carter-Jahr. Die US Chamber of Commerce sagt: Wir werden zur Sozialdemokratie. Das müssen wir zurückrollen. Reaganismus beginnt, bevor Reagan kommt. Und seither läuft die Bewegung in eine Richtung.
In Europa ist das nicht anders. In Deutschland wird die Schwäbische Hausfrau zur Sachverwalterin der Austerität — ein Bild, das ständig bemüht wird, um uns zu erklären, wir müssten den Gürtel enger schnallen, während gleichzeitig die gefördert werden, die es am wenigsten brauchen: Energie-Subventionen für die Schwerindustrie, Steuergeschenke für die obersten Einkommen. In Spanien gilt der EU-Stabilitätspakt wieder als heilig. In Frankreich werden Pensionen gekürzt, während die Vermögensteuer schon vor Jahren gefallen ist. Aus österreichischer Sicht geht es den Franzosen noch gut, und wir wundern uns über das Geschrei. Wir sollten uns lieber wundern, dass es bei uns nicht lauter ist.
Die Sozialdemokratie wird zurückgebaut — und die Sozialdemokraten reden am 1. Mai. Statt endlich Politik zu machen, die uns nach vorne bringt: Fülle. Konjunkturprogramme. Mindestlöhne, von denen man leben kann. Eine Rente, die annähernd das letzte Nettoeinkommen ersetzt. Ein Infrastrukturprogramm, das diesen Namen verdient — nicht 500 Milliarden Euro über zehn Jahre. 300 Milliarden jedes Jahr wäre die Ansage. Und das Absurde - es war die SPD unter Schröder, die ihre eigenen Leute in prekäre Arbeitsbedingungen treibt. Es ist heute die SPD die zustimmt, dass die Sozialversicherungsbeiträge steigen, in dem man die Mitversicherung von Lebenspartner:innen aufgibt. Ich will dabei gar nicht über die SPD schimpfen – darum geht es mir nicht, ich will, dass deren Mitglieder endlich aufwachen, und sich nicht Dinge erzählen lassen, die nicht stimmen: Schauen wir uns zwei Mythen an, die wir alle – auch ich – scheinbar glauben, es muss so sein, sonst würden wir doch dagegenhalten, oder?
Die zwei Lügen
Parenti zerlegt zwei Mythen. Mythen, an die viele von uns unhinterfragt glauben — im Hinterkopf, leise, dauerhaft.
Erstens: Der Kapitalismus schaffe allgemeinen Wohlstand. Wir im Westen, wir Boomer, glauben daran, weil wir das Bild der Sowjetunion im Kopf haben. Stacheldraht. Staatssozialismus à la DDR. Trabbi statt VW Käfer. Und wir im Westen waren sogar so ignorant, mit der DDR alle sinnvollen Ideen, die sie hatte, mitzubegraben. Auf den ersten Blick ist das Bild korrekt: Tatsächlich schafft der Kapitalismus Wohlstand. Für eine kleine Gruppe — und Konsum und Armut für eine sehr viel größere. Beides hängt zusammen. Diese Armut existiert wegen dieses Reichtums. Dieser Reichtum existiert wegen dieser Armut. Ein struktureller Satz, der sich in der Historie immer wieder bewahrheitet — egal ob man Kolonialismus, Sklaverei, Frauenrechte oder Migration beobachtet.
Aber — und hier wird es für uns alle im Grunde peinlich. Statistik Austria hat am 29. April 2026 die EU-SILC-Auswertung veröffentlicht: 1.699.000 Menschen in Österreich sind armuts- oder ausgrenzungsgefährdet. 18,8 Prozent. Plus 170.000 in einem einzigen Jahr. Fast jeder Fünfte. In einem Land mit einem Bruttoinlandsprodukt von rund 480 Milliarden Euro.
Zweitens: Und ich als Boomer bin in der größten Illusionsmaschine aufgewachsen. Wir haben geglaubt, der Westen sei demokratisch. Der Kapitalismus sei die logische und richtige Kraft hinter dieser Demokratie. Ich bin nicht einmal hellhörig geworden, als wir herausfanden, dass einer meiner Professoren an der TU Darmstadt — Helmut Fleischer — Marxist war. Sein Hauptwerk hieß Marxismus und Geschichte (Suhrkamp 1969, sechs Auflagen bis 1977). Das stand in jeder akademischen Bibliothek, das war Pflichtlektüre, und ich habe es gelesen, ohne zu begreifen, dass dieser Mann im Grunde gegen das Axiom anschrieb, in dem ich aufgewachsen war.
Die ersten Vertreter der Frankfurter Schule sind im Grunde Kapitalismuskritiker – ok, das ist möglicherweise überzeichnet. Adorno und Horkheimer schrieben Dialektik der Aufklärung 1944 im kalifornischen Exil. Ihre zentrale These: Die Aufklärung kehrt sich in ihr Gegenteil. Was als Befreiung gemeint war, wird zu neuer Herrschaft. Marcuse hat das im Eindimensionalen Menschen (1964) zugespitzt: Die kapitalistische Konsumgesellschaft schafft falsche Bedürfnisse — gerade um die echten Freiheitsfragen unsichtbar zu machen. Die Frankfurter Schule war Marxismus, der die Sowjetunion ebenso ablehnte wie den westlichen Kapitalismus. Eine kritische Theorie gegen den real existierenden Kommunismus und gegen das, was wir in der Nachkriegszeit für selbstverständliche Demokratie hielten.
Der Kapitalismus stütze die Demokratie — das war für meine Generation ein unhinterfragtes Axiom. Eine Cold-War-Doktrin, die wir nicht mehr von der Realität unterscheiden konnten.
Doch tatsächlich hat jede demokratische Bewegung gegen ihn gekämpft. Heute sehen wir Voter-ID-Gesetze in den USA, Massenüberwachung, das Aushöhlen unabhängiger Justiz, die Beschneidung von Versammlungsrecht. Eine erfolgreiche Demokratie wird zum Problem für den freien Markt — Mattei und Parenti zeigen das gleichermaßen. Deshalb wird sie kleingehalten.
Beide überkommenen Vorstellungen — Kapitalismus schafft Wohlstand, Kapitalismus stützt Demokratie — stehen nicht nur im Gegensatz zur Wissenschaft. Sie stehen vor allem im Gegensatz zu dem, was wir täglich vor Augen haben. Kant meinte, wir sollten uns aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit befreien. Das sei die Aufgabe. Und ja, das sollten wir tun. 170.000 zusätzliche arme Menschen in Österreich, in einem einzigen Jahr — sie verdienen, dass wir hinter diese Fassade schauen. Und zumindest am 1. Mai darüber nachdenken, was gegen Kinderarmut in den reichsten Industrienationen des Planeten zu tun ist.
Wer eigentlich am Tropf hängt
Parenti dreht es um: Die herrschende Klasse predigt den Arbeitern — also uns — Selbstverantwortung. Sie kommt mit dem American Dream (eine Story, die ich in Connecting the Dots ausführlich dekonstruiert habe).
Nein — die Überreichen sind die abhängigste Gruppe der Gesellschaft. Sie haben es nur geschafft, sich unsere Unterstützung zu sichern.
In den USA: rund hundert Milliarden Dollar pro Jahr direkte Subventionen. Bürgschaften, Lizenzen für Frequenzen und Bohrrechte zu lächerlichen Preisen. Bailouts in Milliardenhöhe.
In Österreich rechnet sich das so: Die COFAG hat zwischen 2020 und 2023 rund 14,3 Milliarden Euro an Unternehmen ausgezahlt. Der Rechnungshof spricht von "beachtlichem Überförderungspotenzial" — eine Milliarde zu viel, schätzungsweise. Dazu die Bankenrettung 2008/09, die Heta-Abwicklung, der Energiekostenzuschuss, das Stromkosten-Ausgleichsgesetz mit jährlich 75 Millionen Euro Strompreiskompensation für die Schwerindustrie. Ab 2027 ein eigener Industriestrompreis bis zu fünf Cent pro Kilowattstunde, garantiert auf die Hälfte des Verbrauchs der größten Verbraucher.
Doch wehe, das kleine Wirtshaus fährt gegen die Wand. Die Boutique-Consulting-Firma. Die vielen Solo-Entrepreneure, wie wir es in Corona gesehen haben. Die stehen plötzlich auf der Straße und sind mittellos. Wer eine Bank gegen die Wand fährt, bekommt Steuergeld. Wer eine Voestalpine ist, bekommt Strompreis.
Das ist nicht Marktwirtschaft. Das ist organisierte Umverteilung von unten nach oben. Wer das ausspricht, gilt als Linksradikaler. Es bleibt dennoch nachweisbare Beobachtung.
Das Performance-Argument gegen die Bürokratie
In seinem Vortrag räumt Parenti mit einem weiteren Mythos auf — einem, dem wir alle insgeheim glauben: die Bürokratie sei träge, der öffentliche Dienst ineffizient. Die Telekom wurde privatisiert und zur Volksaktie gemacht. Die Bahn wurde privatisiert. So gut wie jedes Krankenhaus. Noch immer wird erzählt, die Verwaltung sei zu schwerfällig, wir müssten den Staat endlich privatwirtschaftlich führen.
Ich gehöre zu denen, die diesen Mythos lange unhinterfragt mitgeglaubt haben. Denn was sehe ich als Bürger? Wartezeiten beim Amt. Formulare. Den Eindruck, dass alles zäh ist. Daraus wird leicht: das System taugt nichts.
Parenti rechnet dagegen. Und er beruft sich auf John Maynard Keynes, den liberalen Ökonomen — der angesichts der Großen Depression eine Frage stellte, die heute lustig wäre, wenn sie nicht so präzise wäre:
"What an astonishing idea — that the most wicked of men, doing the most wicked of things, will produce beneficial results."
Keynes' Spott traf den Marktradikalismus seiner Zeit. Er trifft den von heute. Wer rechnet, sieht: Der Spott war nicht überzogen.
Für die USA: Medicare-Verwaltung kostet drei Cent pro Dollar. Private Krankenversicherung sechsundzwanzig. Social Security verwaltet ein Prozent Overhead. Private Pensionskassen liegen bei dreizehn.
Stadtwerke in Palo Alto überweisen jährlich einen zweistelligen Millionen Dollar Betrag in den Stadthaushalt. Niedrigere Strompreise, niedrigere Steuern. Der private Versorger PG&E in Kalifornien schickt 5,1 Mrd. über sechs Jahre an seine Aktionäre.
Für Deutschland sieht es ähnlich aus. Die Deutsche Rentenversicherung verwaltet sich für rund anderthalb Prozent der Beitragssumme. Bei einem durchschnittlichen Riester-Vertrag fließt fast jeder vierte eingezahlte Euro in Kosten — Abschlussprovisionen, Vertriebsmargen, laufende Verwaltung. Über dreißig Jahre kostet das die Sparer im Mittel mehr als das, was eine staatlich organisierte Vorsorge nach schwedischem Modell hätte ausschütten können.
Die Stadtwerke München haben 2024 hundert Millionen Euro an die Stadt überwiesen, gemeinsam mit Gewerbesteuer und Konzessionsabgaben rund dreihundertzwanzig Millionen Euro in den Münchner Haushalt (Stadtwerke München (SWM), 2025). Eine kommunale Gesellschaft, die das mitfinanziert, was sonst an Privatinvestoren ausgeschüttet würde.
In Österreich das Pendant. Die ÖBAG verwaltet die Bundesbeteiligungen an OMV, Verbund, Telekom, Post, BIG. Im Geschäftsjahr 2024 sind aus diesen Beteiligungen 1,26 Milliarden Euro Dividende an den Bund geflossen. Das dritte Jahr in Folge über einer Milliarde (Österreichische Beteiligungs AG (ÖBAG), 2025). Geld, das öffentlich erwirtschaftet wird und in jenen Haushalt zurückkommt, aus dem Pflegeheime, Schulen und Spitäler bezahlt werden.
Und wenn wir ehrlich sind: Ich war letztens in einem privaten Englischunterricht. Das kostet alles Unsummen. Unsere Schulen sind einerseits kaputtgespart — aber überlegt mal, was private Schulen und Unis kosten, und nicht weil sie so viel besser wären. Unsere Schulen sind für das, was wir von ihnen fordern, höchst effektiv. Verglichen mit ihren privaten Äquivalenten sind sie ein Schnäppchen.
Ein Beispiel, das gerade durch die internationalen Medien geht: die Alpha School in Austin, Texas. Eine Privatschule mit AI-gestütztem "2 Hour Learning"-Modell, die ihre traditionellen Lehrer durch sogenannte "Guides" ersetzt. Tuition am Hauptstandort: 40.000 US-Dollar pro Kind und Jahr. An anderen Standorten bis zu 65.000 oder 75.000. Stellt euch mal vor, das müsstet ihr für die ersten vier Jahre Volksschule in eurem Ort bezahlen. Das wäre keine Schule mehr, das wäre eine Uni mit allem Schnickschnack.
In die Volksschule in meinem Ort gehen etwa achtzig Kinder. Bei Alpha-Tuition wären das rund 3,2 Millionen Dollar im Jahr Einnahmen — bei der höheren Tarifstufe das Doppelte. Was kostet eine Volksschule wirklich? Statistik Austria meldet für die österreichische Primarstufe 8.664 US-Dollar pro Schüler und Jahr (kaufkraftbereinigt). Das ist ein Fünftel dessen, was Alpha verlangt — und liegt deutlich über dem OECD-Schnitt von 6.741 Dollar. Auf unsere Volksschule umgelegt: rund 690.000 Dollar Gesamtkosten, also etwa 620.000 Euro.
Mit anderen Worten: Für das, was Alpha pro Kind verlangt, finanzieren wir in unserem Ort fünf Kinder — inklusive Lehrer, Sozialarbeit, Mittagessen, Turnsaal, Musik, Heizung, Schulpsychologie. Wer hier wovon spricht, wenn er "ineffizient" sagt, sollte das einmal durchrechnen. Die österreichische Volksschule liefert in PISA-Vergleichen solide Ergebnisse für ein Fünftel der Privatschul-Tuition. Das ist nicht ineffizient. Das ist eine Effizienz, die kein privater Anbieter je erreicht.
Das ist die unterdrückte Hälfte des Bildes. Das andere Bild kennen wir.
Das Krankenhaus
Das deutlichste Beispiel für die Ineffizienz des privaten Marktes ist die Klinik. In Deutschland hat die Privatisierungswelle ab den späten Neunzigern einen Klinikmarkt geschaffen, in dem börsennotierte Konzerne — Helios (Fresenius), Asklepios, Sana — Renditen erwirtschaften, die früher in keiner Krankenhausbilanz vorkamen. Die Helios-Geschäftsführung hat das eigene Renditeziel offen formuliert: drei Prozent EBITDA im ersten Jahr nach Übernahme, sechs im zweiten, neun im dritten, zwölf im vierten, fünfzehn Prozent im fünften. Asklepios hat 2022 einen Konzerngewinn von 131,9 Millionen Euro ausgewiesen.
Diese Renditen kommen aus zwei Quellen. Aus der Steuerung der Fallpauschalen — gewinnträchtige Eingriffe werden bevorzugt, weniger lukrative gemieden. Und aus dem Personal. Vergleichende Erhebungen zur Wirtschaftlichkeit zeigen, dass private Häuser pro Vollzeitkraft mehr Fälle abrechnen als öffentliche (Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung (RWI), 2017). Ausgebildete Pflegekräfte werden nach Auslaufen befristeter Verträge nicht weiterbeschäftigt. Sie werden ersetzt durch "Gesundheitsassistenten", die nach einem sechsmonatigen Kurs an die Patienten kommen.
Das System spuckt Renditen aus, weil weniger Hände am Bett stehen. Wer sich gefragt hat, warum die Pflege am Boden ist — hier ist die Antwort. Es ist nicht die Folge einer schlecht geführten Branche. Es ist die Folge einer gut geführten Privatisierung.
Das Wissen
Dieselbe Logik trifft auch das Wissen. Auch hier wird privatisiert, was als Gemeingut entstanden ist — und auch hier ist die Preisspirale kein Markt-Phänomen, sondern eine bewusste Strategie.
Die Bureau of Labor Statistics in den USA hat zwischen Januar 1977 und Juni 2015 die Preise für Hochschullehrbücher erhoben: plus 1.041 Prozent. Das ist mehr als das Dreifache der allgemeinen Inflation. Schneller als Studiengebühren, schneller als Gesundheitskosten, schneller als Wohnungspreise. Studierende sind, wie ein Branchenbeobachter es genannt hat, captive consumers — sie müssen kaufen, was ihnen vorgeschrieben wird.
In Österreich und Deutschland sind die Schulbuchpreise nicht ganz so galoppiert. Aber das Muster ist da: Im Juni 2025 lagen die Schulbuchpreise in beiden Ländern rund 3,8 Prozent über dem Vorjahresmonat — stärker als die allgemeine Verbraucherpreissteigerung. Drei Verlage — Klett, Cornelsen, Westermann — teilen rund 90 Prozent des deutschen Schulbuchmarktes unter sich auf. Ein Oligopol, das in der politischen Debatte praktisch nicht vorkommt.
Aber das eigentlich Aufschlussreiche kommt erst, wenn man weiterzieht — von den Schulbüchern zu den eBooks, zu den wissenschaftlichen Datenbanken, zu allem, was eine Bibliothek heute "lizenziert", statt zu besitzen. Jeffrey Edmunds, Bibliothekar an der Penn State University seit über fünfunddreißig Jahren, hat das gerade in einem TEDx-Talk in nüchterne Worte gefasst. Er beginnt mit einem Bild:
"Imagine you work in a library, and one day a van pulls up. People get out, walk into the library, and say: according to our records, you no longer have access to these 5,432 books. They march into your stacks, pull the books off the shelves, load them in the van, and drive off. What just happened? It looks like theft."
Genau das passiert mit eBooks. Nur ohne Van. Das Lizenzmodell der großen Verlage erlaubt es, Zugriffsrechte jederzeit zu entziehen. Bibliotheken besitzen ihre digitalen Sammlungen nicht mehr — sie zahlen für Zugang. Edmunds' Pointe geht ans Eingemachte:
"Libraries are a fundamental pillar of democracy. Democracy demands an informed citizenry, and informed citizens must have free, equitable, and open access to information and to knowledge — especially the knowledge that we've collectively funded and created. Knowledge is not a private commodity to be handed off to some third party. Knowledge is a public good and must be treated as such."
Was öffentlich finanziert wurde, was als Gemeingut entstanden ist, wird in private Hände überführt, und der Zugang wird nach Zahlungsbereitschaft ausgepreist. Nicht weil das System kaputt wäre oder falsch funktioniert. Sondern weil es funktioniert. Genau wie geplant.
Krisen, sagt er, sind im Kapitalismus nicht die Ausnahme, sondern die Norm:
"Under modern corporate capitalism, the irrational, the wasteful, the destructive, the impoverishing — all of that is the norm. Balanced, productive, calm, equitable social relations are the exception."
Sein Schluss dazu klingt auf den ersten Blick derartig provokant, dass er schwer zu glauben ist. Doch wenn man genauer hinschaut, ist es nur eine Bestandsaufnahme:
Sie wollen die öffentlichen Programme nicht abschaffen, weil sie nicht funktionieren — sondern weil sie funktionieren.
Kann das wirklich sein? Kämpft die Wirtschaft mit dem Märchen von der Privatisierung und der überbordenden Bürokratie deshalb so vehement gegen den Staat — gerade weil er eine Bedrohung darstellt? Eine Bedrohung des eigenen Profits?
Klasse spricht nicht mehr
Wer steht am 1. Mai eigentlich auf dem Platz, vor den Rednerpulten?
1886 in Chicago: Eisenbahner, Fleischer, Eisengießer. Viele Migranten. Familien, die hungerten. Es ging ums Überleben, nicht ums Symbol.
Heute? Funktionäre, Politiker, eine handvoll Junger aus den parteinahen Jugendorganisationen. Pensionisten der Gewerkschaft, die noch wissen, warum dieser Tag wichtig war.
Wer steht nicht da? Die 24-jährige Pflegekraft, die heute Spätdienst hat. Der Lieferando-Fahrer auf dem Rad. Die rumänische Reinigungskraft, die ihr Geld nach Hause schickt. Die Self-Employed im IT-Sektor, die kein Kollektivvertrag schützt. Die Bauarbeiter aus Bosnien, die sechzig Stunden die Woche arbeiten und in keiner Statistik auftauchen, die zählt.
Klasse ist heute ein Wort, das am 1. Mai nicht mehr fällt. Es war einmal das wichtigste. Die Gewerkschaften haben noch Mitglieder, aber die Tarifbindung sinkt. Die Plattformwirtschaft ist nicht organisiert. Das Vokabular hat sich verlagert: Lifestyle, Milieu, Bildungsschicht. Klingt freundlicher. Verschleiert besser.
Parenti hat das andere Wort wieder ausgesprochen. Bourdieu hätte hinzugefügt: Das Schweigen über Klasse ist selbst ein Klassenphänomen. Wer oben sitzt, redet nicht über Klasse. Wer unten arbeitet, hat dafür keine Zeit. Es bleibt das Schweigen.
Bourdieus Pointe zum Habitus, der die Klassenposition unsichtbar macht, ist hart: "Es sieht aus wie Natur, nicht wie Kultur." Was wir für Talent halten, ist Inkorporation. Was wir für freie Wahl halten, ist Reproduktion.
Wer sich am 1. Mai keine Zeit nehmen kann, das wahrzunehmen, hat keine schlechte Ausrede — er hat keine Ausrede. Er hat einen Habitus.
Und ich wiederhole es: Die Linie läuft nicht zwischen Blaumannträger und Schreibtischtäter. Sie läuft zwischen denen, die noch für ihr Einkommen arbeiten und dafür hoch besteuert werden — und denen, die ihre Einkünfte aus Kapital ziehen und pauschal besteuert werden, wenn es der Steuerberater nicht ohnehin ins Ausland verschieben kann.
Wo Parenti aufhört, fängt die Arbeit an
Gegen Ende landet Parenti bei einem Bild, das stark ist und das ich so oft gehört habe. Stell dir vor, wir sitzen alle in einem Bus, der auf einen Abgrund zurast. Die Eliten laufen durch die Reihen und verkaufen uns überteuerte Sicherheitsgurte. Unsere Aufgabe sei es, das Lenkrad zu übernehmen, die Verkäufer hinauszuwerfen, das Tempo zu drosseln.
Schöne Metapher. Schlechtes Strategiemodell.
Es gibt keinen Bus mit einem Lenkrad. Es gibt tausend Fahrzeuge, jedes mit eigenem Lenker. Es gibt Beratungsfirmen, die anders führen können. Es gibt Schulen, die Kinder anders ausbilden. Es gibt Unternehmen, die ihre Mitarbeiter nicht als Kostenstelle behandeln. Es gibt Familien, die anders mit Geld umgehen, weil ihnen jemand erklärt hat, dass Knappheit konstruiert ist.
Klein ist nicht klein. Bourdieu hat es beschrieben:
Strukturen reproduzieren sich, weil Menschen sie täglich mitvollziehen.
Sie ändern sich, wenn Menschen entscheiden, sie nicht mehr mitzuvollziehen.
In der Sitzung, in der Klassengröße, in der Lohnverhandlung, im Einkaufszettel.
Strategie entsteht im Tun — und sich anders aufzustellen hat zunächst etwas mit Bemerken zu tun. Deshalb auch dieser Essay. Am 1. Mai ging es um Aufstand. Darum, sich zu holen, was einem zusteht.
Es ging gar nicht so sehr um die Übernahme der Macht, sondern um das Bauen alternativer Strukturen — für ein menschenwürdiges Leben im Wohlstand, nicht im Hyperreichtum. Das ist anstrengender als Revolution. Es ist auch wirksamer.
Parenti zitiert einen anonymen Satz aus dem Internet:
"Was für eine unbegreifliche, irre Welt schien sie mir, bis ich verstand, dass sie von raffgierigen, geldbesessenen Soziopathen regiert wird. Dann ergab alles einen Sinn".
Der Satz hat einen Reiz. Er macht Chaos sortierbar. Er ist zu einfach. Die meisten, die heute Macht haben, sind keine Soziopathen. Sie sind Menschen, die in Strukturen sitzen, die ihr Handeln belohnen — wer in Talkshows eingeladen wird, weil er das alte Narrativ bedient, hat keinen Anlass, ihm zu widersprechen. Das ist schlimmer als ein paar Schurken. Denn uns wird ständig erklärt, man könne nur im Rahmen agieren. Nein. Dysfunktionalität lässt sich nicht im alten Rahmen bekämpfen. Der Rahmen, die Sichtweise, die Strukturen — sie müssen geändert werden.
Am 1. Mai sollte daran erinnert werden, dass Klasse existiert. Nicht nur in sozial philosophischen Texten sondern real. Und wir müssen uns mit uns selbst solidarisieren. Wir gehören dazu, obwohl wir es gerne nicht wahrhaben. Unsere Eltern haben es uns Boomern ermöglicht, den Blaumann auszuziehen — aber wir haben nur das Gewand getauscht, nicht die Stellung.
Nachtrag: Michael Parenti ist am 24. Januar 2026 gestorben (junge Welt, 2026). Vierundzwanzig Bücher, kein Lehrstuhl, keine Beerdigung im akademischen Establishment. Wer Klassenanalyse heute weiterdenken will, kommt an ihm nicht vorbei. Empfohlen: «Democracy for the Few» und «Profit Pathology».
Literaturverzeichnis
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