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Connecting the Dots

Sehe ich Gespenster?

Bleistiftzeichnung: Messingwaage am Fenster, links alte Zeitungen, rechts aktuelle Zeitungen mit Smartphone. Im Fensterglas spiegelt sich die Szene blass.
Zwei Stapel, eine Waage, und im Glas ein Echo. | Idee Boris Gloger | Nano Banana

Die Linke hat vor drei Wochen die Wahl in Berlin gewonnen. Bei den 16- bis 24-Jährigen kam sie auf 43 Prozent, bei den 25- bis 34-Jährigen auf 49.¹ Diese jungen Menschen haben offensichtlich auf das reagiert, was die Linke versprochen hat: bezahlbaren Wohnraum. Sie sind inhaltlich total engagiert. Man kann der Linken also unterstellen, dass sie tatsächlich etwas für die Menschen in Berlin machen möchte.

Man könnte das als gutes Signal lesen. Die Linke mag am linken Rand stehen. Aber sie steht auf dem Boden des Grundgesetzes, auch wenn sie den Staat ab und zu kritisiert. Stattdessen wird gerade massiv an ihr gerüttelt, aus einem Lager, das man wohl erzkonservativ nennen darf. Als Maybrit Illner sich verspricht und sofort richtigstellt, Elif Eralp sei „keine Antisemitin“, wirft der Bundesinnenminister ein: „Na doch.“² Die Bundeswirtschaftsministerin nennt die Linke in einer Rede, die ihr Ministerium auf Instagram verbreitet, eine Partei, „die Antisemitismus offen lebt“.³ Der bayerische Ministerpräsident will die Finanzströme nach Berlin neu verhandeln, falls dort links regiert wird; er wolle nicht „endlos Geld zahlen“ für „eine antisemitische Führung“.⁴

Dass es in der Berliner Linken Leute gibt, die antisemitisch reden, bestreitet niemand, die Partei selbst auch nicht. Die Wucht, mit der hier zugeschlagen wird, erklärt das nicht. 150 jüdische Berliner:innen, unter ihnen Deborah Feldman, Eva Menasse und Susan Neiman, nennen die Vorwürfe in einem offenen Brief eine „zynische politische Instrumentalisierung“.⁵ Daniel Bax nennt in der taz den „inflationäre[n] Missbrauch des Antisemitismus-Vorwurfs zu politischen Zwecken“ fatal.⁶ Warum passiert das?

Gleichzeitig haben zwei Landtagswahlen gezeigt, wohin das Land kippt. In Sachsen-Anhalt hat die AfD am 6. September 43,8 Prozent geholt,⁷ in Mecklenburg-Vorpommern zwei Wochen später 38,2. Die CDU ist in Schwerin aus dem Landtag geflogen.⁸ Bundesweit sehen die Umfragen die AfD bei 30 Prozent, die Union bei 18.⁹ Torben Lehning beobachtet in der Tagesschau: „Die AfD verbreitet die Erzählung, ihr Erfolg sei auf lange Sicht unvermeidbar. Das glauben ihr offenbar immer mehr Wähler.“¹⁰ Heute ist in Magdeburg der AfD-Abgeordnete Tobias Rausch zum Landtagspräsidenten gewählt worden, als erster AfD-Politiker an der Spitze eines deutschen Landesparlaments. Er bekam 48 Stimmen, AfD und BSW haben zusammen 44 Sitze. Mindestens vier Abgeordnete aus anderen Fraktionen haben ihn also mitgewählt.¹¹

Das Bundesamt für Verfassungsschutz hat die AfD im Mai 2025 nach einem Gutachten von rund 1.100 Seiten als gesichert rechtsextremistisch eingestuft. Das Verwaltungsgericht Köln hat dem Amt im Februar im Eilverfahren vorläufig untersagt, die Partei bis zur Entscheidung in der Hauptsache so einzustufen.¹² Die Landesverbände in Sachsen-Anhalt, Thüringen, Sachsen und Brandenburg gelten trotzdem als gesichert rechtsextremistisch. Und rechtsextrem heißt verfassungsfeindlich. Über ein Verbot wird wieder gestritten: Die SPD-Fraktionsvorsitzenden aus Bund und Ländern fordern, noch in diesem Jahr eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe einzusetzen, die einen Verbotsantrag vorbereitet.¹³

In den letzten beiden Wochen habe ich Philipp Ruchs Buch Der Rückfall gelesen. Ruch beschreibt darin nicht, was der NSDAP zwischen 1933 und 1945 gelungen ist. Er beschreibt, wie ihr Aufstieg vor dem 14. September 1930 begann. Bei der Reichstagswahl 1928 hatte sie 2,63 Prozent. An jenem Sonntag im September springt sie auf 18,3.¹⁴ Damit hatte nicht einmal ihre eigene Führung gerechnet. „Die fulminante Wucht, die Plötzlichkeit, ist das zentrale Merkmal des 14. September 1930“, schreibt Ruch.¹⁵ Er nennt diesen Tag den Machtschock. Die Zeitgenossen sprachen von einer „Hitlerpsychose“, und Ruch vermutet, dass sie „in Wirklichkeit vielleicht gar keine ist“.¹⁶ Die Angst galt dem, was die Nazis angekündigt hatten. Der Verlag zieht die Linie nach heute selbst: „Für einen neuerlichen Schock sorgt aktuell die AfD: Erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg steht eine gesichert rechtsextreme Partei wieder davor, stärkste Kraft zu werden.“¹⁷

Bis zu diesem Tag galt die NSDAP als das Letzte, was man politisch nennen kann. Ruch sammelt die „geistreichen Verhöhnungen der NSDAP zwischen 1920 und 1930“.¹⁸ Sie ist die Partei der „Keulenschwinger“, Betrüger und Metzgerknechte, durchgängig berüchtigt als „antizivilisatorische Kraft“.¹⁹ Selbst ein Gauleiter spottet 1929 in einem Brief über die „Affenjacken“ der SA.²⁰ Niemand im Establishment wollte mit dieser Partei etwas zu tun haben. Hitler hatte 1923 geputscht und war wegen Hochverrats verurteilt worden. Und doch gewann seine Partei, obwohl sie ständig heruntergeredet und abgewertet wurde.

Den Umschwung setzt Ruch früher an, als man denkt. Der Faden der verächtlichen Abwertung in der Hugenberg-Presse reißt nach ihm „vermutlich erst im Januar 1930“, mit der Wahl Wilhelm Fricks in Thüringen.²¹ Das ist acht Monate vor der Wahl. Ruch beschreibt auch, wie unmissverständlich die NSDAP gegen das Establishment antrat. Die Hitlerpartei inszeniere sich „als Racket, mit dem das Establishment zusammengeschlagen werden kann“.²² Man mag den Vergleich für zu viel halten, aber genau das haben wir in den letzten Jahren vom amerikanischen Präsidenten gehört. Die anderen sind alle böse, und er kämpft gegen das Establishment. Dasselbe hört man von der AfD: wir gegen die Altparteien, wir gegen diesen Staat. Sie stellt sich als Protestpartei auf. Und genau deshalb wurde auch sie in den letzten Jahren heruntergeschrieben.

Ruch zeigt aber auch, was in den Wochen nach der Wahl passiert. Rudolf Heß schreibt seinen Eltern: „Wir sind plötzlich ‚hoffähig‘ geworden.“²³ In- und ausländische Presse laufen Hitler die Türen ein. Man traut der NSDAP plötzlich Regierungskompetenz zu. Ruch fasst das in einen Satz: „Danach verliebt sich die Hälfte der Presse in die Nazis.“²⁴

Elf Tage nach der Wahl steht Hitler vor dem Reichsgericht in Leipzig, dem höchsten Gericht des Landes. Er versichert, seine Partei sei rechtstreu, und kündigt im selben Auftritt an, dass „Köpfe rollen“ werden. Die Regierung unterbricht ihre Sitzung, um sich bestätigen zu lassen, dass er das wirklich gesagt hat.²⁵ Ein Journalist kommentiert: „Er will also die Verfassung mit verfassungsmäßigen Mitteln abschlachten.“²⁶ Hoffähig wird Hitler trotzdem. „Dieselbe Partei mit denselben Wesenszügen, Eigenarten und Abgründen wirkt plötzlich nicht mehr abstoßend“, schreibt Ruch.²⁷ In einem Gespräch über sein Buch sagt er: „Mir scheint, dass wir Menschen viel biegsamer sind, viel formbarer“.²⁸

Während ich dieses Buch lese, sehe ich, wie man auf die Spitzenkandidatin der Berliner Linken, Elif Eralp, einschlägt und wie aus der rechten, erzkonservativen Ecke permanent auf die Linke eingedonnert wird. Ich denke die ganze Zeit an dieses Buch. Vielleicht sehe ich Gespenster. Aber ich habe das Gefühl, dass gerade das Gleiche passiert wie nach dem 14. September 1930.

Wir haben einen Kanzler, der nicht wie Brüning etwas völlig Absurdes will. Am 2. Oktober 1930, achtzehn Tage nach der Wahl, notiert der frühere DNVP-Vorsitzende Kuno von Westarp, Brüning halte es „für gar nicht ungünstig“, wenn die Nazis „einstweilen noch weiter agitatorisch erstarken“.²⁹ So weit ist Merz nicht. Aber er hält eisern an seiner Linie fest. Er lenkt nicht ein, obwohl seine Partei bei 18 Prozent liegt und die Bevölkerung offensichtlich unzufrieden ist.

Und er hat bewiesen, dass er, wenn es sein muss, mit der AfD gemeinsame Sache macht. Im Januar 2025 brachte seine Fraktion einen Entschließungsantrag zur Migrationspolitik durch den Bundestag; unter den 348 Ja-Stimmen waren 75 der AfD.³⁰ Andere Teile der CDU tun es ihm nach. In Heidenau beschloss der Stadtrat auf gemeinsamen Antrag von CDU, AfD und einer Bürgerinitiative, keine neuen Stolpersteine mehr zu verlegen.³¹ Sven Schulze, CDU-Landesvorsitzender und noch amtierender Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, will Anträge der AfD nicht pauschal ablehnen: „Wir werden nicht pauschal vorher alles ausschließen, definitiv nicht.“³² Die Bereitschaft ist da. Ruch selbst zieht aus 1930 eine Lehre für genau diese Partei: „conservative parties can only win from the centre“.³³

Ihr kennt mich aus meinen Essays. Ich versuche, meine Meinungen zu begründen, und ein Gefühl ist noch keine Begründung. Also habe ich es auf die Waage gelegt. Ich bin kein Historiker, und ich kann nicht alles lesen. Aber ich kann zählen.

Auf die eine Seite kommt, was Wolfgang M. Schmitt und Stefan Schulz in ihrem Podcast Die Neuen Zwanziger zusammengetragen haben; die Folge habe ich in der Werkstatt besprochen. Die beiden sind von ihrer Haltung geprägt, und sie haben sich stundenlang durch die Lanz-Sendungen seit Sachsen-Anhalt gearbeitet. Bei Lanz hält der Moderator dem Grünen-Vorsitzenden Felix Banaszak entgegen: „Wenn da 44 Prozent Wähler sagen, wir hätten die gerne …“ Wer mit der AfD nicht rede, sage ihren Wählern dasselbe wie der Partei.³⁴ Die beiden hören darin den Wunsch, dass wir anerkennen, die Wähler hätten es so gewollt und deshalb kämen diese Leute jetzt an die Macht.

Ihre Erklärung ist ernüchternd einfach. Medienschaffende brauchen ein Publikum. Wählt das Publikum plötzlich zu 40 Prozent AfD, rückt man ihm nach und redet ihm nach dem Mund: Ihr seid das Volk, ihr habt gewählt.³⁵ Tanjev Schultz schreibt in der Frankfurter Rundschau: „Eine mediale Brandmauer zur AfD existiert nicht. Sie hat es nie gegeben und wird es auch nicht geben.“³⁶ Im Podcast wird daraus eine Pointe: Die 30 Prozent sind die Kunden.

Auf die andere Seite kommt die Presse selbst. Ich habe 70 Kommentare und Analysen aus zwölf deutschen Leitmedien ausgewertet, die zwischen dem 14. September und dem 6. Oktober erschienen sind, dazu 20 Talkshows und 64 Beiträge aus der internationalen Presse.³⁷ Das Ergebnis ist nüchterner als mein Gefühl. Die Hälfte der Presse hat sich nicht verliebt. Nur neun der 70 deutschen Beiträge öffnen sich zur AfD, und keine Redaktion schreibt die AfD in eigener Stimme zur Staatspartei hoch. Die öffentlich-rechtlichen Angebote, die taz, die Leitartikel des Spiegel und die Politikredaktion der FAZ halten die Abgrenzung. Außerhalb des deutschen Sprachraums habe ich keinen einzigen Beitrag gefunden, der die AfD normalisiert.

Aber die Waage steht nicht still. Sechs der neun öffnenden Beiträge stehen in der Welt. „Die AfD möchte den Marsch durch die Institutionen antreten. Bitte schön!“, steht über Jacques Schusters Kommentar nach Sachsen-Anhalt.³⁸ In der FAZ heißt es, nach ihrer „krachenden Niederlage“ zeuge es „von Respekt vor dem Wählerwillen“, dass die CDU ihren Platz nicht mehr auf der Regierungsbank sehe; der Ball liege „zunächst einmal bei der stärksten Partei“.³⁹ Selbst die Nachrichtenagentur Reuters konstatiert „growing doubts about whether it is possible to exclude a party which enjoys the support of more voters in Germany than any other“.⁴⁰ Das ist Ruchs Mechanismus in einem Halbsatz. Sebastian Leber hält im Tagesspiegel dagegen: „Es ist schlimm, zu sehen, wie einige Konservative signalisieren, dass sie sich mit den neuen Verhältnissen vielleicht doch arrangieren könnten.“⁴¹

Die Sätze, die solche Kommentare tragen, liefern Politiker und Professoren. Über Boris Palmers Gastbeitrag in der Welt steht, die AfD sei in Sachsen-Anhalt „stark genug, Verantwortung übernehmen zu müssen“.⁴² Der hessische Ministerpräsident Boris Rhein überschreibt seinen: „Probleme verschwinden nicht dadurch, dass man sie hinter Brandmauern verbannt.“⁴³ Der frühere Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich sagt in Bild: „Die Ausgrenzungsstrategie gegenüber der AfD war ein Fehler.“⁴⁴ Und der Historiker Andreas Rödder bei Lanz: „Die rote Linie heißt abgrenzen und nicht ausgrenzen!“⁴⁵

Und dann ist da die Zahl, an der ich hängen bleibe. 22 der 70 Beiträge greifen die Linke an. Das sind mehr als doppelt so viele, wie sich zur AfD öffnen, und deutlich mehr als die 13, die vor ihr warnen. In den Talkshows sind neun von zehn Sendungen, in denen es um die Linke geht, Angriff oder Bedingungsstellung. Robin Alexander wirft dem SPD-Generalsekretär schon am Wahlabend bei Caren Miosga vor: „Sie zerreißen die Mitte, sie gehen nach links.“⁴⁶ Bundes- und Landesministerien posten auf ihren amtlichen Kanälen gegen eine Partei, und die Linke klagt dagegen in Karlsruhe.⁴⁷

Ruch misst das Kippen von 1930 an einer einfachen Frage: Wo verschwindet der Spott über die Nazis? Nach der Wahl, schreibt er, fallen die bedrohlichen Worte von der Primitivität und Rückständigkeit der Nazis „jenseits linker Zeitungen durch Falltüren ins Nichts“.⁴⁸ Heute verschwindet der Spott über die AfD nicht. Aber die Wut hat die Richtung gewechselt. Sie gilt der Linken.

Dazu kommt ein Mechanismus, den ich bei Ruch so nicht finde. Linke und Rechte werden ununterbrochen in einen Topf geworfen, als wären beide gleichermaßen radikal. „AfD vs. Linke: Wer ist die größere Gefahr für unsere Demokratie?“, fragt Bild.⁴⁹ Ulf Poschardt schreibt in der Welt, der Triumph der Linkspartei sei für eine bürgerliche Gesellschaft „ein größeres Problem als die AfD“.⁵⁰ Am Wahlabend hatte er auf X geschrieben: „Alle haben Angst vor 1933. Die eigentliche Gefahr ist 1949: die Wiederkehr der DDR […] mit arabischen Islamofaschisten an Bord.“⁵¹ Berthold Kohler, Herausgeber der FAZ, legt nach: „Das linke Auge drücken bis heute viele viel lieber zu als das rechte.“⁵² Der Economist überschreibt seinen Wahlbericht: „Friedrich Merz rues ‚disaster‘ as populists win state elections“.⁵³

Und dann kommt der nächste Schritt. Marc Felix Serrao schreibt in der Welt, die Brandmauer zur AfD wäre „argumentativ tot“, sobald Grüne und Sozialdemokraten Eralp das Rote Rathaus überließen.⁵⁴ Eric Gujer, der Chefredakteur der NZZ, zieht die Linie zu Ende: Bilden SPD und Grüne in Berlin eine Regierung unter Führung der Linkspartei, „dann ist in Deutschland jede Koalition möglich. Auch eine mit der AfD.“⁵⁵ In einem Gastkommentar der Wiener Presse schreibt Hans Winkler, die Union müsse daraus die Konsequenz ziehen, „auch die Brandmauer gegen rechts zu schleifen“.⁵⁶ Und selbst ein Handelsblatt-Briefing, das die Linke an den Verhandlungstisch holen will, sagt über die Brandmauer nach rechts beiläufig: „Die erste funktioniert ja schon nicht.“⁵⁷ Niemand muss die AfD lieben, um ihr so die Tür zu öffnen. Es reicht, die Linke genauso schlimm zu finden.

Heß nennt in seinem Brief übrigens nur ausländische Zeitungen. Ruch erwägt den Verdacht, Hitlers Ansehen sei über das Ausland nach Deutschland reimportiert worden, und verwirft ihn als Hauptgrund: „Der Grund liegt im Erfolg.“⁵⁸ 2026 kommen die offensten Sätze zur AfD trotzdem aus Zürich und Wien, von Zeitungen, die auch für deutsche Leser:innen schreiben. Der Blick aus London ist ein anderer. Im Guardian schreibt der Politikwissenschaftler Cas Mudde, einige Medien hätten die Hufeisentheorie übernommen, die Merz „prominently and strategically“ nutze; dabei gelte: „only the far right threatens liberal democracy“.⁵⁹

Nicht jeder dort teilt meinen Blick auf 1930. Timothy Garton Ash hält Weimar für das falsche Bild, die Gefahren für die deutsche Demokratie seien heute „less like Weimar in 1933 than Budapest in 2010“.⁶⁰ Das tröstet mich nicht besonders. Und der Libération-Korrespondent Christophe Bourdoiseau, seit dreißig Jahren in Deutschland, fragt heute, am Tag der Wahl in Magdeburg, ob er das Land verlassen soll, „alors que l'extrême droite accède de nouveau au pouvoir“.⁶¹

Leute, die Linken haben in den letzten Jahrzehnten und Jahrhunderten den einen oder anderen Aufstand gemacht. Das bestreitet ja niemand. Aber wir verdanken ihnen fast alle sozialen Errungenschaften, auch die, die sie nicht selbst durchsetzen konnten. Bismarck hat die Sozialversicherung eingeführt, um den Sozialdemokraten das Wasser abzugraben. Es waren die Linken, die sich aufgeregt haben, in der Gewerkschaftsbewegung, in den Streiks, im Kampf für die Menschen. Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht, Marie Juchacz und viele, deren Namen ich nicht kenne, sind immer für andere eingestanden. Diese Tradition wird jetzt zurechtgewiesen, weil man erzkonservativ lieber an der Macht bleiben will, auch wenn man dazu mit Rechtsextremen arbeiten muss.

Wir wissen aber, dass unser Grundgesetz genau diesen Mechanismus aushebeln wollte. Carlo Schmid hat das am 8. September 1948 im Parlamentarischen Rat begründet: „Ich für meinen Teil bin der Meinung, daß es nicht zum Begriff der Demokratie gehört, daß sie selber die Voraussetzungen für ihre Beseitigung schafft.“ Man müsse „den Mut zur Intoleranz denen gegenüber aufbringen, die die Demokratie gebrauchen wollen, um sie umzubringen“.⁶² Es kann sein, dass es in Deutschland einmal eine Mehrheit gegen die Verfassung gibt. Das darf aber nicht dazu führen, dass diese Mehrheit die Demokratie abschafft.

Deshalb ist nach Artikel 79 jede Änderung des Grundgesetzes, die die Grundsätze der Artikel 1 und 20 berührt, „unzulässig“, mit welcher Mehrheit auch immer. In Artikel 20 steht: „Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.“ Und Artikel 21 erklärt Parteien für verfassungswidrig, die „darauf ausgehen, die freiheitliche demokratische Grundordnung zu beeinträchtigen oder zu beseitigen“.⁶³ Die Weimarer Verfassung kannte keine solche Grenze. Mit zwei Dritteln der Anwesenden ließ sie sich in jede Richtung ändern, und ihr Artikel 48 gab dem Reichspräsidenten die Notverordnungen, mit denen Brüning am Reichstag vorbei regierte.⁶⁴ Wenn bei Lanz die 44 Prozent zum Auftrag werden, halten die beiden im Podcast dagegen: Wähler können wieder anders wählen. Die Funktionäre bleiben.⁶⁵

Faszinierend ist, dass in der Weimarer Republik Parteien am Werk waren, die selbst demokratiefeindlich waren. Die DNVP war es offen. Das Zentrum, eben noch Teil der Weimarer Koalition, war seit 1929 nach rechts gerückt und trug Brünings Kabinett. Im Hintergrund plante die Reichswehrführung um Schleicher eine Regierung ganz ohne Parlament. Die etablierten Parteien von damals wollten alles andere als Demokratie. Das kann man den etablierten Parteien von heute nicht vorwerfen.

Was man ihnen aber vorwerfen kann: Der erzkonservative Kanzler hält an Reformen fest, die die ärmere Hälfte der Bevölkerung stärker belasten als die obere. Das DIW urteilt über das Reformpaket vom Juli, es bedeute „Einschnitte vor allem für Menschen mit geringen, aber auch mit mittleren Einkommen“.⁶⁶ In Österreich sehe ich dasselbe. Der Guardian schreibt in einem Leitartikel, weil Merz die Krise der Lebenshaltung und die wirtschaftliche Unsicherheit nicht angehe, könne die extreme Rechte den wachsenden Protest bündeln; am Sparprogramm festzuhalten, werde daran nichts ändern.⁶⁷

Clara Mattei hat ihrem Buch über die Austerität den Untertitel gegeben: „How Economists Invented Austerity and Paved the Way to Fascism“.⁶⁸ Mit dieser Austeritätspolitik bereiten die Regierenden dem Faschismus den Boden. Ich will damit nicht sagen, dass Austerität den Faschismus verursacht. Das ist nicht gesichert, und Ruch selbst warnt davor, die Wirtschaftskrise für die Erklärung zu halten: „Heute wissen wir: Die Arbeitslosigkeit zählte zu den Faktoren, die eine Region resilienter gegen die NSDAP machten.“⁶⁹ Tom Krebs zeigt allerdings, dass die AfD 2022 und 2023 genau in den Monaten der Energiepreiskrise und des Heizungsgesetzes zulegte. „Die Menschen durchschauen das Schauspiel, sind enttäuscht und wählen ‚aus Protest‘ die AfD.“⁷⁰ Der Boden ist nicht die Ursache. Aber auf ihm wächst etwas.

Liegt mein Gefühl also daneben? Zur Hälfte. Die Presse hat sich nicht in die AfD verliebt. Aber sie hat ihre Wut nach links gedreht, und sie hat ein Argument gefunden, das die Tür nach rechts aufmacht, ohne dass jemand hindurchgehen muss, der die AfD gut findet. Wir sind erst zwei Wochen nach der Wahl. Nach dem 14. September 1930, sagt Ruch, war es „ein kurzer Prozess von ein zwei Monaten“, bis sich der Wind drehte.⁷¹ Ann-Katrin Müller hat ihren Leitartikel im Spiegel überschrieben: „Der Erfolg der AfD ist kein unabänderliches Naturereignis.“⁷² Wer den Anfängen wehren will, muss es in diesen Wochen tun.

Charlotte Knobloch, die den Holocaust überlebt hat, sagt bei Maischberger: „Die AfD gehört weg.“ Und: „Ich habe Angst, die Menschen haben Angst.“⁷³ Das schockiert mich, ehrlich gesagt. Es ist schon einmal passiert. Und wir haben eine Verfassung, die genau das verhindern wollte. Ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr weiter. Aber ich will in zwei Monaten nicht sagen müssen, ich hätte es kommen sehen.

Anmerkungen

1. Jana Hermann: „Linke räumt bei Berlins Jugend ab: 43 Prozent bei den unter 25-Jährigen“, in: Berliner Zeitung, 21.09.2026, online. Die Zeitung nennt die Erhebung nicht; nach Sekundärangaben stammen die Werte aus der Nachwahlbefragung von Infratest dimap für die ARD. Alle Online-Quellen: Zugriff am 06.10.2026.

2. Maybrit Illner, ZDF, 24.09.2026. Wortlaut nach: „Antisemitismusvorwürfe: Linke zeigt Dobrindt an“, in: ZDFheute (dpa), 28.09.2026, online. Laut Sendungstranskript ist die Passage wegen mehrerer Zwischenrufe schwer verständlich. Das Bundesinnenministerium erklärte dazu: „Die Worte stehen für sich.“ Eralp hat Strafanzeige gestellt.

3. Rede vom 23.09.2026, am 25.09.2026 als Video auf dem Instagram-Kanal des Bundeswirtschaftsministeriums. Wortlaut nach Hasso Suliak: „Linke gegen Reiche: BVerfG muss über Instagram-Post entscheiden“, in: Legal Tribune Online, 05.10.2026, online.

4. Barbara Gillmann, Heike Anger: „Bayern und Hessen wollen Berlin bei Linksregierung Geld entziehen“, in: Handelsblatt, 24.09.2026, online.

5. „Antisemitismus-Vorwurf: 150 jüdische Berliner verteidigen Linke“, in: ZDFheute, 24.09.2026, online; Unterzeichnerin Susan Neiman nach epd, evangelisch.de, 24.09.2026, online.

6. Daniel Bax: „Eralp zeigt Dobrindt an: Überfällige rote Karte“, in: taz, 28.09.2026, online.

7. Landeswahlleiterin Sachsen-Anhalt: Landtagswahl 2026, Ergebnisse Landesebene, online.

8. Bundeszentrale für politische Bildung: „Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern 2026: AfD stärkste Kraft, CDU verfehlt Einzug in den Landtag“, 21.09.2026, online (vorläufiges Endergebnis).

9. INSA für Bild, Feldzeit 28.09. bis 02.10.2026, n = 1.202, veröffentlicht 03.10.2026; nach wahlrecht.de.

10. Torben Lehning: „Die AfD erhöht den Druck“, in: tagesschau.de, 20.09.2026, online.

11. „Sachsen-Anhalt: Rausch erhält 48 Stimmen, auch aus anderen Fraktionen“, in: t-online, 06.10.2026; „Tobias Rausch: AfD stellt Landtagspräsidenten in Sachsen-Anhalt“, in: ZDFheute, 06.10.2026, online.

12. Verwaltungsgericht Köln, Beschluss vom 26.02.2026, Az. 13 L 1109/25, online. Die Einstufung durch das Bundesamt erfolgte am 02.05.2025; das Gutachten umfasst 1.108 Seiten. Zu den Landesverbänden: correctiv, „Debatte um AfD-Verbot“, online.

13. SPD-Fraktionsvorsitzendenkonferenz: „Prüfverfahren zu einem Verbot der AfD einleiten“, Bremen, 28./29.09.2026, online.

14. Philipp Ruch: Der Rückfall. Der rätselhafte Triumph der NSDAP am 14. September 1930: Wie eine Demokratie in nur einer Wahlnacht sterben kann, München: Heyne 2026 (E-Book). Die Seitenzählung der Druckausgabe lag nicht vor; zitiert wird nach Teil, Kapitel und Ruchs Anmerkungsziffern, die in jedem Teil neu beginnen. Hier: Teil I, Kap. „Der schwarze Sonntag der Demokratie“, bei Anm. I 41 und I 58.

15. Ruch 2026, Teil I, Kap. „Der schwarze Sonntag der Demokratie“, Abschn. „Eine Minute vor zwölf“, nach Anm. I 126.

16. Ruch 2026, Teil I, Kap. „Die Verwandlung: Zerstörung eines Empfindens“, Abschn. „Die Panikmacher: Die neue Macht der NSDAP“, Anm. I 331 und nach Anm. I 398.

17. Verlagstext zu Ruch 2026, E-Book-Vorspann und penguin.de.

18. Ruch 2026, Teil I, Kap. „Die Verwandlung: Zerstörung eines Empfindens“, nach Anm. I 188.

19. Ebd., Anm. I 243 und nach Anm. I 270. In Anführungszeichen steht bei Ruch nur „Keulenschwinger“; „Betrüger und Metzgerknechte“ sind seine eigenen Worte.

20. Brief von Gauleiter Wilhelm Loeper an Franz Xaver Schwarz, 10.01.1929, zit. nach Ruch 2026, Teil II, Kap. „Plötzlich Sieger: Vom Abgrund ins Rampenlicht“, Anm. II 161, und Teil I, Anm. I 247.

21. Ruch 2026, Teil III, Kap. „Eine Partei aus dem Nichts?“, Abschn. „Hitler frißt Hugenberg“, vor Anm. III 215.

22. Ruch 2026, Teil II, Kap. „Plötzlich Sieger: Vom Abgrund ins Rampenlicht“, Anm. II 250.

23. Rudolf Heß an seine Eltern, 24.10.1930, in: Rudolf Heß: Briefe, Nr. 398, S. 405; zit. nach Ruch 2026, Teil I, Kap. „Die Verwandlung: Zerstörung eines Empfindens“, Abschn. „Spott über Hitler“, Anm. I 308.

24. Ruch 2026, Teil I, Kap. „Die Verwandlung: Zerstörung eines Empfindens“, nach Anm. I 188.

25. Ulmer Reichswehrprozess, Reichsgericht Leipzig, 25.09.1930. Ruch 2026, Teil I, Abschn. „Die Panikmacher: Die neue Macht der NSDAP“, Anm. I 396, I 400 und I 403.

26. Zit. nach Ruch 2026, ebd., Anm. I 401, mit Verweis auf Heine: Kandidat heißt Hitler, S. 59, Anm. 39. Ruch nennt den Namen des Journalisten nicht.

27. Ruch 2026, Teil I, Kap. „Die Verwandlung: Zerstörung eines Empfindens“, zwischen Anm. I 245 und I 246.

28. „Der Rückfall: Warum wurde die NSDAP so erfolgreich?“, Video, YouTube-Kanal Zentrum für Politische Schönheit, 11.09.2026, online.

29. Notiz Kuno von Westarps über ein Gespräch mit Brüning am 02.10.1930, nach Volkmann (Hg.), Brüning-Memoiren, S. 367, Anm. 639; zit. nach Ruch 2026, Teil I, Anm. I 479.

30. Entschließungsantrag der CDU/CSU-Fraktion, Drucksache 20/14698, angenommen am 29.01.2025; Deutscher Bundestag, Abstimmungsergebnis, online.

31. Beschluss des Stadtrats vom 24.09.2026, 13 zu 6 Stimmen bei einer Enthaltung, geheime Abstimmung; Antrag von CDU, AfD und Bürgerinitiative Oberelbe für mehr Demokratie. ZDFheute, 25.09.2026, online; Deborah Cole: „The German town where the right has banned new ‚stumbling stones‘ for Nazi victims“, in: The Guardian, 01.10.2026, online.

32. Markus Lanz, ZDF, 01.10.2026; Felix Rappsilber: „Sven Schulze bei ‚Lanz‘: ‚CDU verweigert sich nicht komplett‘“, in: ZDFheute, 02.10.2026, online.

33. Philip Oltermann: „‚Hitler was a lazy criminal who slept in until noon‘“ (Interview mit Philipp Ruch), in: The Guardian, 01.10.2026, online. Ruch bezieht den Satz ausdrücklich auf die CDU unter Merz.

34. Clip aus Markus Lanz, ZDF, in: Wolfgang M. Schmitt, Stefan Schulz: „Die Neuen Zwanziger, September 2026 Teil 2: Inside CDU, Lanz und die Brandmauer“, Podcast, 29.09.2026, online. Zitiert nach einem eigenen Transkript der Folge.

35. Ebd. Die 40 Prozent sind im Podcast ein Gedankenexperiment, keine Messung.

36. Tanjev Schultz: „Wo ist sie denn, die angebliche mediale Brandmauer?“, in: Frankfurter Rundschau, 21.09.2026, online. Die Formel von den Kunden ist die Deutung des Podcasts, nicht die der Kolumne.

37. Eigene Auswertung, 14.09. bis 06.10.2026: 70 Meinungsbeiträge aus FAZ/FAS, SZ, Zeit, Spiegel, Welt, taz, Handelsblatt, Tagesspiegel, Bild, tagesschau.de, ZDFheute und Deutschlandfunk; 20 politische Talkshows; 64 Beiträge aus 21 Medien in 10 Ländern. Kodiert nach Öffnung zur AfD, Warnung, Angriff auf die Linke, Kritik an der Kampagne gegen die Linke und rein beschreibend. Etwa 30 deutsche und rund zwei Drittel der internationalen Beiträge lagen hinter Bezahlschranken und sind nach Titel und Vorspann kodiert. Die Stichprobe ist nicht repräsentativ.

38. Jacques Schuster: „AfD: Die Bundesrepublik hält Ulrich Siegmund in der Staatskanzlei aus“, in: Welt, 17.09.2026, Vorspann, online.

39. Thomas Jansen: „CDU in Sachsen-Anhalt: Warum die AfD warten soll“, in: FAZ.NET, 25.09.2026, online.

40. James Mackenzie: „Erosion of Germany’s political centre exposes Merz’s weakening grip on power“, Reuters, 21.09.2026, online.

41. Sebastian Leber: „Die CDU und ihre Annäherung an die AfD: Jetzt kommt es auf die Konservativen an“, in: Der Tagesspiegel, 20.09.2026, online.

42. Boris Palmer: „Wahlerfolge: Warum ich für einen neuen Umgang mit der AfD plädiere“ (Gastbeitrag), in: Welt, 15.09.2026, Vorspann, online.

43. Boris Rhein: „Kurs der Union: Probleme verschwinden nicht dadurch, dass man sie hinter Brandmauern verbannt“ (Gastbeitrag), in: Welt, 17.09.2026, online.

44. Franz Solms-Laubach: „Friedrich: ‚AfD in die Verantwortung zwingen‘“, in: Bild, 24.09.2026, online.

45. Markus Lanz, ZDF, 24.09.2026; Natascha Wittmann: „Historiker wettert gegen Brandmauer“, in: web.de, 25.09.2026, online.

46. Caren Miosga, ARD, 20.09.2026; Charlotte Zink: „‚Caren Miosga‘: Journalist setzt SPD-Generalsekretär unter Druck“, in: t-online, 21.09.2026, online.

47. Organklage und Eilantrag der Linken gegen das Video des Bundeswirtschaftsministeriums, Az. 2 BvE 5/26; vgl. Hasso Suliak, Legal Tribune Online, 05.10.2026.

48. Ruch 2026, Teil I, Kap. „Die Verwandlung: Zerstörung eines Empfindens“, nach Anm. I 244.

49. Josef Forster: „AfD vs. Linke: Wer ist die größere Gefahr für unsere Demokratie?“, in: Bild, 27.09.2026, online.

50. Ulf Poschardt: „Wahl in Berlin: Die bürgerliche Mitte ist tot“, in: Welt, 20.09.2026, Vorspann, online.

51. Ulf Poschardt auf X, 20.09.2026, 18.10 Uhr, online.

52. Berthold Kohler: „Die Linke in Berlin: Was Deutschland sich merken sollte“, in: FAZ.NET, 01.10.2026, online.

53. The Economist, 20.09.2026, online; geprüft wurden Titel und Untertitel.

54. Marc Felix Serrao: „Elif Eralp: Lasst die Linke doch regieren!“, in: Welt, 01.10.2026, online.

55. Eric Gujer: „Die Krise des Parteienstaats ist eine Chance für die Demokratie in Deutschland“ (Der andere Blick), in: Neue Zürcher Zeitung, 02.10.2026, online.

56. Hans Winkler: „Denk' ich an Deutschland in der Nacht …“ (Gastkommentar), in: Die Presse, 05.10.2026, online.

57. Sven Prange: „Morning Briefing: Die Linke gehört in Berliner Koalitionsverhandlungen, aber …“, in: Handelsblatt, 28.09.2026, online.

58. Ruch 2026, Teil III, Kap. „Die NSDAP ohne Macht“, bei Anm. III 370.

59. Cas Mudde: „Look again – there’s more to Europe’s election trends than far-right success“, in: The Guardian, 26.09.2026, online.

60. Timothy Garton Ash: „Here’s how Germany can defend its democracy. Banning the AfD isn’t the answer“, in: The Guardian, 19.09.2026, online. Der Satz geht weiter: „… and Washington DC in 2025“.

61. Christophe Bourdoiseau: „Face à l’avancée de l’extrême droite, aimer l’Allemagne au point de la quitter ?“, in: Libération, 06.10.2026, online; geprüft wurde der Vorspann.

62. Carlo Schmid: Rede im Parlamentarischen Rat, 2. Sitzung des Plenums, 08.09.1948, Stenographische Berichte, S. 70 ff.; maßgebliche Edition: Der Parlamentarische Rat 1948-1949. Akten und Protokolle, Bd. 9: Plenum, München 1996. Online bei der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung, PDF, S. 8.

63. Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, Art. 79 Abs. 3, Art. 20 Abs. 1, Art. 21 Abs. 2; dejure.org.

64. Verfassung des Deutschen Reichs vom 11.08.1919, Art. 76 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 2; documentArchiv.de. Das Wort „Notverordnung“ steht nicht im Verfassungstext; es ist der übliche Begriff für die Praxis nach Art. 48.

65. Schmitt, Schulz: Die Neuen Zwanziger, Podcast vom 29.09.2026.

66. Marcel Fratzscher: „Das Reformpaket bleibt ein Kompromiss mit sozialer Schieflage“, DIW Berlin, 02.07.2026, online.

67. „The Guardian view on Friedrich Merz: Germany’s chancellor must change course to halt the rise of the AfD“ (Leitartikel), in: The Guardian, 21.09.2026, online.

68. Clara E. Mattei: The Capital Order. How Economists Invented Austerity and Paved the Way to Fascism, Chicago: University of Chicago Press 2022.

69. Ruch 2026, Teil II, Kap. „Plötzlich Sieger: Vom Abgrund ins Rampenlicht“, Abschn. „These 3: Die Arbeitslosen!“, Anm. II 26.

70. Tom Krebs: Kapital und Krise, München: oekom 2026, S. 154 (Zitat); zu den beiden Schüben Juli bis Oktober 2022 und April bis Juli 2023 Kap. 4, Abschn. „Die Rolle kultureller Faktoren“.

71. TV-Interview mit Philipp Ruch, gesendet am 14.09.2026, als „Der Rückfall: Der rätselhafte Aufstieg der NSDAP“ auf YouTube, Kanal Zentrum für Politische Schönheit, 15.09.2026, online.

72. Ann-Katrin Müller: „Der Erfolg der AfD ist kein unabänderliches Naturereignis“ (Leitartikel), in: Der Spiegel, 23.09.2026, online.

73. maischberger, ARD, 30.09.2026; Thomas Fritz: „Holocaust-Überlebende über politische Entwicklung: ‚Ich habe Angst‘“, in: web.de, 01.10.2026, online.

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